Als ganzheitliches Konzept steht SYNCHRONIZING ® auch der Ganzheits- und Gestaltpsychologie nah, bezieht aber auch wichtige Erkenntnisse der systemischen Richtungen mit ein. Auch die kognitive Verhaltenspsychologie mit ihren übenden Lernmethoden zur Überwindung von Symptomen findet Berücksichtigung. Dabei stellt das ganzheitliche Strukturmodell kein „Hybrid“ bzw. kein eklektisches Konzept dar: Es ist eine Einheit aus einem Guss, in dem sich die angesprochenen Schulen ohne „Verrenkungen“ abbilden lassen. Eine Amerikanische Psychologin sagte einmal, SYNCHRONIZING® sei wie ein Overlay über die traditionellen Schulen der Psychologie.

In der Zeit Adlers – zu Beginn des 19.Jahrhunderts – herrschte noch der Geist des „Untertan“ (H. Mann) der kaiserlich-königlichen (K&K) Monarchie. Kompensatorisch zum allgemeinen Gefühl des Untenseins entwickelte sich die Gier nach Macht. Aus dem „Minderwertigkeitsgefühl“ (Adler) erwuchs der „Überlegenheitskomplex“. Die verheerenden Folgen des Größenwahns sind uns allen bekannt.

Die Zeit war reif für die Entwicklung einer „Humanistischen Psychologie“, deren Grundzüge Alfred Adler bereits vor dem ersten Weltkrieg entwarf. Wahlmöglichkeit, Gleichwertigkeit und „“social feeling“ gehörten zu den unverzichtbaren Werten seiner dynamischen Psychologie. Wenn wir heute von der „sozialen Kompetenz“ sprechen, so meinen wir die Werte-Haltung, die Adler damals mit dem Begriff „Gemeinschaftgefühl“ belegte. Es geht dabei – heute wie damals – um die Ausgewogenheit zwischen Geben und Nehmen. Und wenn wir uns die aktuelle Situation auf dem Globus anschauen, in der Ellbogen-Mentalität und Raffgier mehr und mehr Aufwind bekommen, so gewinnt die alte Forderung Adlers nach mehr Miteinander wieder an Bedeutung.

SYNCHRONIZING* ist eine beziehungsdynamische Systematik, die aus der Tradition der Individualpsychologie** (Adler) abgeleitet ist. Jede individuelle Betrachtung ist demnach immer in ein größeres Ganzes eingebettet. Es kommt auf die Perspektive an. „Mit den Augen des anderen sehen..“ lernen (Adler) ist die Methode der Individualpsychologie. Sie führt systematisch zu neuen Erkenntnissen und Einsichten und damit zu einer stabilen Änderung der Denk- und Handlungsweise – wenn dies erwünscht ist.

*syn = zusammen, chronos = Zeit: synchronisieren = verschiedenartige Bewegungen in zeitlichen Gleichlauf bringen oder „sich aufeinander abstimmen“.

** in-dividual = un-teilbar.